Sparrenburg

Wann sie genau gebaut wurde, weiß niemand. Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Sparrenburg  - oder genau Burg Sparrenberg - im Jahre 1256.

Ein Ausflug zum Bielefelder Wahrzeichen lohnt sich zu jeder Jahreszeit, denn von der mächtigen Festungsanlage bietet sich dem Besucher ein herrlicher Panoramablick über die Universitätsstadt am Teutoburger Wald. Das weitläufige Burggelände liegt an einem der schönsten Höhenwanderwege Deutschlands und ist das ganze Jahr über zugänglich.

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Besucher-Informationszentrum

Erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um die mittelalterliche Festungsanlage ist das neue Besucher-Informationszentrum auf der Sparrenburg. Der Service im Überblick: 

  • Turm-Tickets
  • Öffentliche Sparrenburg-Führungen
  • Individuelle Gruppenbuchungen auf Anfrage
  • Kindergeburtstage und Feiern in den unterirdischen Gängen
  • Bielefeld-Informationen | Prospekte
  • Souvenirs

Kontakt: sparrenburg@bielefeld-marketing.de und Tel. 0521 / 51 67 89

Tipp: Den Sparrenburg-Prospekt gibt es in sechs Sprachen. Sie können ihn bequem online bestellen und ihn sich per Post zuschicken lassen.

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Öffnungszeiten und Preise

Turm und Besucherinformationszentrum

  • Zeiten:  Apr.-Okt.: tägl. 10-18 Uhr |  Nov.-März: Sa, So + Feiertage 11-18 Uhr (außer 24.12.-1.01.)
  • Preise: 1,50 €/ erm. 1,00 €

 

Führungen

  • Zeiten: Apr.-Okt. tägl. 12 und 14.30 Uhr, So und an Feiertagen zusätzl. 16 Uhr
  • Preise: 3,50 €/ erm. 2,50 € [ONLINE BUCHEN]
  • Gruppen: ab 10 Personen empfehlen wir eine Terminvereinbarung (Gruppenführungen von Schulklassen und Kitas nur auf Anfrage buchbar), Apr.-Okt., 40,00 € pro Gruppe bis 40 Personen
  • Kontakt: Tel. 0521/516789

 

Tipp: Kombi-Ticket öffentliche Kasemattenführung + Turmaufstieg: 4,50 €/ erm. 3,00 €

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Turmaufstieg mit Panoramablick

120 Treppenstufen führen auf den 37 Meter hohen Turm der Sparrenburg. Der mühsame Aufstieg wird belohnt mit einem XXL-Panormablick über die Stadt am Teutoburger Wald.  Bei gutem Wetter reicht die Sicht sogar bis zum Wiehengebirge.  

Für Besucher ist der Turm von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.  In der Wintersaison bietet sich  von November bis  März an den Sams-, Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr (außer 24.12 - 01.01.) die Gelegenheit, den herrlichen Ausblick vom Burgturm zu genießen.

Tickets: 1,50 €, ermäßigt 1,00 €.

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Unterirdische Kasematten-Tour

"Lunte riechen" oder "vom Pech verfolgt sein": Erstaunlicher Weise prägen Redewendungen aus dem Burgenalltag längst vergangener Tage noch heute unseren Sprachgebrauch. Bei der 45-minütigen Kasematten-Tour erhalten die Besucher einen spannenden Einblick in mehr als 750 Jahre Burggeschichte und können das 300 Meter lange unterirdische Gangsystem der Sparrenburg in Augenschein nehmen.  Dicke Steinmauern, dunkle Verliese und enge Lichtschächte veranschaulichen eindrucksvoll, unter welchen Bedingungen die Soldaten damals Burg und Stadt vor feindlichen Eroberungen verteidigt haben. Wenn Sie mögen, können Sie schon jetzt einen Blick in die Kasematten werfen!

Informieren Sie sich jetzt über die Termine und buchen Sie Ihr Ticket bequem online!

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Burggeschichte im Wandel der Jahrhunderte

Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut...

Das genaue Baudatum der Sparrenburg ist ungewiss, sie wird erstmals 1256 urkundlich erwähnt. Ihren Namen erhielt die Burg wohl vom Wappenbild der Grafen von Ravensberg. Dieses Wappen, das seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar ist, zeigt drei rote Sparren auf silbernem Grund.

Die Grafen von Ravensberg machten die Burg zum Verwaltungsmittelpunkt. Sie diente als Sitz des Amtmannes für das Amt Sparrenberg, des Drosten für die Grafschaft Ravensberg und als Wohnsitz des Landesherrn und seines Gefolges. Die Sparrenburg erfüllte außerdem militärische Zwecke. Zum einen sicherte sie den Pass durch den Teutoburger Wald, zum anderen schützte sie die Stadtneugründung Bielefeld. Das Aussehen der mittelalterlichen Burg unterschied sich deutlich vom heutigen Erscheinungsbild.

Die genauen Maße der Burg sind nicht bekannt und durch die vielfachen Um- und Ausbauten im Laufe der Jahrhunderte nicht mehr zu erkennen. Es dürfte jedoch höchstens ein unregelmäßiges Rechteck von etwas 45 m Breite und 100 m Länge gewesen sein. Auf der Torseite wurde der Zugang durch einen Halsgraben und eine Zugbrücke gesichert. Eine Schildmauer, in deren Mitte der Turm stand, teilte die Anlage in eine Vor- und eine Hauptburg. Während die Vorburg die Stallungen, militärisch genutzte Gebäude und Werkstätten enthielt, stand in der Hauptburg der Palas, das der Stadt zugewandte Wohn- und Repräsentationsgebäude.

Ausbau zur wehrhaften Festung

Im 15. Jahrhundert entwickelte sich mit der technischen Verbesserung der Kanonen die Waffentechnik weiter. Die beginnende Dominanz der Feuerwaffen in der Kriegsführung machte es erforderlich, die Sparrenburg zu einer Festung auszubauen. Nach und nach wurden die vier Rondelle gebaut und anschließend mit Gängen, den Kasematten, miteinander verbunden.

Die Burg erlebte zahlreiche Familien- und Besatzungswechsel. Der Große Kurfürst ließ die Anlage, die durch den Dreißigjährigen Krieg stark gelitten hatte, als Festung und Wohnhaus wieder herrichten.

Verfall und Wiederaufbau

Nach dem Tod des Großen Kurfürsten 1688 verlor die Sparrenburg ihre militärische Bedeutung. Sie begann im Laufe der Jahre zu verfallen.  Zwischen 1743 und 1877 wurde die Burg als Amtshaus und Gefängnis genutzt. 1775 wurde die Burg endgültig zur Ruine, als Friedrich der Große die Anordnung traf, die Steine der Außenmauern abzutragen, um damit die heute noch erhaltene 55er Kaserne in der Hans- Sachs-Straße zu bauen.

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte man im Zuge der sogenannten Burgenromantik die Sparrenburg von neuem, jetzt nicht als militärisches Objekt, sondern als historisches Denkmal. Mit Hilfe von Geldspenden konnte 1842 mit dem Wiederaufbau des verfallenen Turmes auf heute 37 Meter begonnen werden.

Wahrzeichen der Stadt

Im Jahr 1879 erwarb die Stadt Bielefeld die Burganlage vom preußischen Staat. Ihr amtlicher Grundstückswert war auf 70.000 Mark festgelegt worden, der Ankauf hat jedoch nur den mit preußischer Genauigkeit festgelegten Nutzungswert von 8.934,90 Mark gekostet. Seitdem ist die Sparrenburg das Wahrzeichen der Stadt und ein beliebtes Ausflugsziel für Bielefelder und ihre Besucher.

Im Innenhof steht das Denkmal des großen Kurfürsten, das Kaiser Wilhelm II., als letzter Graf von Ravensberg, der Stadt stiftete und im Sommer 1900 feierlich enthüllte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Sparrenburg dann erneut und ein letztes Mal zu militärischen Zwecken genutzt. Nach den notwendigsten Aufräumungs- und Sicherungsarbeiten konnte die Burg im Mai 1949 wieder für Besucher freigegeben werden.

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Chronik | Zeittafel

 

1. Hälfte 13. Jh. Graf Ludwig von Ravensberg lässt die Burg errichten, erste Erwähnung 1256
1346 Durch Heirat fällt die Burg an den Grafen Gerhard von Jülich
1511 Die Sparrenburg gelangt mit der Grafschaft Ravensberg auf dem Erbweg an Herzog Johann III. von Kleve
1609 Der Sparrenberg wird nach dem Tode Johann Wilhelms von Kleve gemeinsamer Besitz von Kurbrandenburg und Pfalz-Neuburg; Beginn des jülich-klevischen Erbfolgestreits
1614 Der Vertrag von Xanten beendet den jülich-klevischen Erbfolgestreit durch Teilung des Erbes zwischen Kurbrandenburg und Pfalz-Neuburg
1615 Niederländische Truppen besetzen die Sparrenburg
1623 Spanier besetzen die Sparrenburg
1626–1642 Wechselnde Belagerungen der Burg im Dreißigjährigen Krieg durch Spanier, Holländer, Schweden und Franzosen
1647 Der Vertrag von Düsseldorf bestätigt die Aufteilung aus dem Vertrag von Xanten; die pfalz-neuburgische Besatzung übergibt die Burg an Brandenburg
1673 Münstersche Truppen vor der Sparrenburg; größte Besatzung der Festung mit 1.500 Mann
1679 6. Juni, vergeblicher Angriff der Franzosen auf die Burg
1760 Während des Siebenjährigen Krieges dient die Burg als Magazin und Signalstation
1879 Die Stadt Bielefeld erwirbt die Festungsruine für 8.934,90 Mark
1884 3. Juli, erstes Sparrenburgfest
1900 6. August, feierliche Enthüllung des Denkmals des Großen Kurfürsten durch Kaiser Wilhelm II.
1944 Am 30. September fallen die Aufbauten der Sparrenburg bis auf den Turm einem Luftangriff zum Opfer
1949 Die Sparrenburg wird wieder für Besucher freigegeben
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Archäologische Ausgrabungen

Mit Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2006 sorgte die mächtige Festungsanlage in regelmäßigen Abständen für archäologische Überraschungen, die Aufschluss über das frühere Burgleben geben. 

Im Herbst 2007 wurde die original historische Oberfläche des Kiekstattrondells aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Die Gefechtsplattform besteht aus Sandsteinplatten, die in elf konzentrischen Ringen um einen Lüftungsschacht gelegt sind. Dieser Schacht sorgte dafür, dass aus den darunter liegenden Kasematten der Pulverdampf entweichen konnte. Außerdem wurde eine Treppe wieder gefunden, die mehrere Meter tiefer in die Kasematten führte.

Bei weiteren Grabungen im Jahr 2008 wurden die Grundmauern eines ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäudes mit den gewaltigen Ausmaßen von 50 Meter Länge und 15 Meter Breite freigelegt, das sogenannte Zeughaus. Dicht daneben kamen Kanonenkugeln aus Sandstein zum Vorschein. Vermutlich stammen die Kugeln mit einem Durchmesser von bis zu 32 Zentimetern aus der Zeit des Festungsbaus der Sparrenburg um 1530/1540.  Im Mai 2010 entdeckte man auf der Südwestseite der Sparrenburg zwischen Restaurant und öffentlichen Toiletten einen U-förmigen, sechs Meter tiefen Raum, den die hinzugezogenen Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) als Latrine deuten.  2013 wurde auf der Baustelle des Besucherzentrums eine 2,30 Meter mächtige Mauer freigelegt, die zur mittelalterlichen Burg des 13. Jahrhunderts gehört.

Literaturtipp: Auf der Grundlage der durchgeführten archäologischen Grabungen auf dem Gelände der Sparrenburg ist im November 2014 das Buch "Sparrenburg archäologisch. Die Ausgrabungen 2007 bis 2013" erschienen.

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Fledermaus-Paradies

Die Sparrenburg ist auch aus Sicht des Naturschutzes wertvoll. Nirgendwo sonst in Nordrhein-Westfalen beziehen so viele unterschiedliche Fledermausarten ihr Winterquartier. Die größtenteils frostfreien Kasematten der Burg bieten ideale Bedingungen für die Tiere. 14 Arten – vom Großen Abendsegler bis zur Kleinen Bartfledermaus – wurden verzeichnet. Zu ihrem Schutz gibt es im Winter dorthin keine Besucherführungen. Seit 2000 sind die Sparrenburg und die umliegenden Grünanlagen ein geschütztes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat).

 

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Gastronomie

Für das leibliche Wohl der Besucher sorgt der Burgwirt mit regionalen Spezialitäten im rustikalen Restaurant und auf der Burgterrasse mit Panoramablick auf die Stadt. Der Kiosk bietet kleine Erfrischungen...www.restaurant-sparrenburg.de

Arndt + Seelig
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Übersichtskarte

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