Die Netzwelt

Jennifer Haley

In einer gar nicht so fernen Zukunft hat das Internet die Sphären von Staat und Wirtschaft, Realität und Virtualität untrennbar miteinander verschmolzen - wir leben nun in und mit der Netzwelt, einer optimierten Version des Internets. Alle Träume von den grenzenlosen technischen Möglichkeiten scheinen sich erfüllt zu haben, die Simulation übertrifft die Wirklichkeit, der Kunde verfügt mit seinem virtuellen Ich über ein unbegrenztes Angebot von Dienstleistungen, die selbst die geheimsten Wünsche wahr werden lassen. In dieser Hinsicht übertrifft eine Domain, das sogenannte Refugium, alles bisher Dagewesene. Verführerischer, echter, intensiver als hier können die Besucher nirgendwo ihre Fantasien ausleben. Da diese Fantasien auch um Sex und Gewalt kreisen, beginnt die Ermittlerin Morris, Beweise gegen den Programmierer des Refugiums zu sammeln. Die Rechtslage ist verzwickt. Die Besucher der Seite sind volljährig, sie handeln im gegenseitigen Einvernehmen und ihre mutmaßlich illegalen Aktivitäten sind nur simuliert. Sie haben keine Konsequenzen in der realen Welt. Zudem verstrickt sich auch Morris emotional in den abgründigen Fall.

Vordergründig eine Kriminalgeschichte um illegale Aktivitäten im Netz, entwickelt sich das Stück von Jennifer Haley zu einem atemberaubenden Diskurs über Technik und Moral im virtuellen Zeitalter.

TIPP: Auf dem Blog tauscht sich Regisseurin Mareike Mikat mit Marketingreferentin Karoline Mai über Virtual Reality und Videospiele aus.

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