Milhaud / Brahms / Beethoven / Bartók

3. Kammerkonzert

Darius Milhaud
Suite für Klarinette, Violine und Klavier op.157b

Johannes Brahms
Sonate für Klarinette und Klavier Nr. 1 f-Moll, op. 120

Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier und Violine Nr. 7 c-Moll, op. 30 Nr. 2

Béla Bartók
Kontraste für Violine, Klarinette und Klavier

 

Kontraste - Béla Bartóks Stücktitel ist zugleich ein treffendes Motto für die so selten anzutreffende wie reizvolle Kombination aus Klarinette, Geige und Klavier. Kein Geringerer als Benny Goodman war es, der beim ungarischen Komponisten 1939 ein Trio bestellte - bemerkenswerterweise schon, bevor der überzeugte Antifaschist Bartók Europa den Rücken kehrte und in die USA übersiedelte. Goodman und der Geiger Joseph Szigeti bemühten sich, Bartók den sehr steinigen Weg in die New Yorker Musikszene zu ebnen, ihnen ist das Trio Kontraste darum auch gewidmet, in das Goodmans Jazz-Erfahrungen eingeflossen waren. Nur wenige Jahre früher komponierte der Franzose Darius Milhaud für dieselbe, faszinierende Besetzung: Anlass war die Komödie Passagier ohne Gepäck (Le voyager sans bagage) des in Paris gerade populär gewordenen Jean Anouilh, zu deren Uraufführung im Jahr 1937 Milhaud eine Bühnenmusik lieferte. Hieraus generierte er eine höchst reizvolle Suite, um die Musik für den Konzertbetrieb zu erhalten. Mehr noch als Bartók war Milhaud, der in Brasilien gelebt hatte und später zur originellen Künstlergruppe Le Six gehörte, für Jazz empfänglich und baute entsprechende Stilzitate in seine Suite op. 157b ein. „Fräulein Klarinette“ hatte schon Johannes Brahms so begeistert, dass er aus seinem kompositorischen Ruhestand noch einmal zurückkehrte und gleich vier Kammermusikwerke für dieses Instrument und seinen Meister, den Meininger Hofmusiker Richard Mühlfeld schrieb, darunter auch die Klarinettensonate in f-Moll. Als „klassisches Pendant“ hierzu erklingt Beethovens 7. Violinsonate. 1802 als Mittelstück eines dreiteiligen Sonatenzyklus komponiert und dem jungen Zaren Alexander I. gewidmet, zeugt sie eindrucksvoll von Beethovens Eintritt in seine zweite, reife und „heroische“ Schaffensphase.

Rudolf-Oetker-Halle
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