Haydn / Beethoven / Kantscheli

1. Kammerkonzert

Joseph Haydn
Schottische und Walisische Volkslieder

Ludwig van Beethoven
An die ferne Geliebte
Liederzyklus nach Texten von Alois Jeitteles op. 98

Gija Kantscheli
Exil nach Texten von Paul Celan, Hans Sahl und dem Alten Testament
für Sopran und Kammerensemble

 

„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Mit einem der berühmtesten Psalmtexte des Alten Testaments („Der Herr ist mein Hirte…“) leitet der georgische Komponist Gija Kantscheli sein 1994 komponiertes Werk Exil ein, das in seinem Wechselspiel aus Musik, spannungsvoller Stille und inhaltlicher Tiefe rätselhaft treffsicher eines der großen Themen unserer Zeit berührt. Hauptsächlich geprägt wird das Werk von Gedichten Paul Celans, der in besonderer Weise vom Exilbegriff betroffen war: Seine Muttersprache, mithin das unabdingbare Medium seines künstlerischen Schaffens, war zugleich die Sprache der Mörder seiner Mutter, der Nationalsozialisten … Beethovens Lieder stehen im Schatten seines symphonischen Schaffens, das kaum erkennen lässt, dass er als der wichtigste Liedkomponist vor Schubert gelten kann. Das Lied wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Gattung ernstgenommen - so nimmt es nicht Wunder, dass Beethovens Opus 98 An die ferne Geliebte als erster Liederzyklus überhaupt gilt. Titel und Dichtung von Alois Jeitteles haben (mutmaßlich) weniger mit Beethovens eigenem Liebesleben zu tun, als vielmehr mit der Ehe seines wichtigsten Gönners, des Fürsten Lobkowitz. Dessen geliebte Gattin war im Januar 1816 verstorben, und der Fürst, der auch als Sänger auftrat, wünschte sich ein adäquates „weltliches Requiem“ zu ihrem Andenken.
Eröffnet und mit etwas Fallhöhe versehen wird das Programm durch eine Auswahl schottischer und walisischer Volksliedbearbeitungen von Joseph Haydn.

Rudolf-Oetker-Halle
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