Orpheus in der Unterwelt

Jacques Offenbach

Originaltitel Orphée aux Enfers // Opéra bouffon // Libretto von Hector Crémieux und Ludovic Halévy // Textfassung von Nadja Loschky, Anne Christine Oppermann und Gregor Rot unter der Verwendung der deutschen Textfassung von Ludwig Kalisch und Frank Harders-Wuthenow // In deutscher Sprache

Die Ehe ist wahrlich kein Zuckerschlecken! Am liebsten würden Orpheus und Eurydike ihren Bund fürs Leben schleunigst annullieren lassen, wenn dann nicht so ein Skandal drohte. Und Orpheus’ konservative Mutter pocht sowieso auf die Einhaltung des Satzes: »Bis dass der Tod euch scheidet.« Insofern passt es allen eigentlich ganz gut, dass sich Eurydikes Geliebter als Gott der Unterwelt zu erkennen gibt, sie bei einem außerehelichen Schäferstündchen kurzerhand umbringt und in sein Reich entführt. Nur sein großer Bruder Jupiter findet das sehr ärgerlich, hatte er doch auch ein Auge auf die hübsche, göttlichen Besuchern nicht abgeneigte Erdentochter geworfen. So wird Orpheus gezwungen, im Olymp seine ungeliebte Gattin zurückzufordern. Nur allzu gern nutzen die gelangweilten Götter diesen Anlass zu einem Betriebsaus?lug in die Hölle, um sich an diesem reizvoll verrufenen Ort selbst ein Bild der Lage zu machen.

In seinem 1858 uraufgeführten Orpheus in der Unterwelt warf Jacques Offenbach einen satirischen Blick gleichermaßen auf den Mythos wie auf die zeitgenössische Gesellschaft. Pünktlich zu seinem 200. Geburtstag im Juni 2019 stellt sich sein beliebtestes Werk in einer Bielefelder Fassung der ö?ffentlichen Meinung.

 

 

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