Womenomics – Frauen in Führungspositionen

Ein Deutsch-Japanischer Vergleich

Die Überalterung der Gesellschaft lässt Japans Arbeiterschaft schrumpfen. Japans Premier Shinzo Abe hat sich deshalb unter dem Motto Womenomics die Förderung von Frauen in Japans weiterhin männerdominierter Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben. Bis 2020 sollen 30 Prozent aller Führungspositionen mit Frauen besetzt werden….

Prof. Dr. Annette Schad-Seifert, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zeichnet ein aktuelles Bild.

Wie sieht die Lage in Deutschland aus? Über ähnliche Bestrebungen hierzulande berichtet

Prof. Dr. Ulrike Detmers, Geschäftsführerin eines ostwestfälischen Unternehmens und Professorin für BWL an der FH Bielefeld.

Vera Wiehe wird die anschließende Podiums- Diskussion moderieren.

Details:

Der japanische Premierminister Shinz? Abe erklärte im Jahr 2013, dass der Erfolg seiner Wachstumspolitik maßgeblich von der „Macht der Frauen“ abhänge. Bis 2020, dem Jahr der Olympiade in Tokyo, sollten Japans Führungsetagen ihren Frauenanteil auf 30 Prozent anheben und die Beschäftigung der Gruppe der Frauen im Alter von 25 bis 44 Jahren solle auf 73 (von derzeit 68%) Prozent steigen. Wenn genauso viele Frauen wie Männer einer Beschäftigung nachgingen, könne das eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts bringen, so die Überzeugung des LDP-Chefs.

Hintergrund dieser Politik sind die negativen Zahlen des Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums, die Japan eine nach wie vor mangelhafte Geschlechtergerechtigkeit im Arbeitsmarkt bescheinigen. Der Regierungschef sieht deshalb Frauenförderung mittlerweile als eine Art Wirtschaftspolitik seines Landes. Die Maßnahme trägt den innovativen Namen „Womenomics“ und ist Teil des dritten „Pfeils“ der Wachstumsstrategie der Abe-Regierung. Urheberin der „Womenomics“ ist aber eigentlich eine Portfolio-Strategie der Goldman Sachs Investment Bank. Diese betrachtet Frauen als „Vermögenswert“, mit dem ein Land wie Japan den Ausweg aus der demographischen Arbeitsmarktkrise schaffen könne.
Der Vortrag diskutiert die zentralen Forderungen der „Womenomics“ und stellt dar, mit welchen politischen Maßnahmen die japanische Regierung diese bisher umgesetzt hat.

Dr. Annette Schad-Seifert ist Professorin am Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie absolvierte ein Studium der Japanologie (Sozialwissenschaft), Religionswissenschaft und Sozial- und Wirtschaftgeschichte an der Freien Universität Berlin und Kei?-Universität Tokyo. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig und am Deutschen Institut für Japanstudien in Tokyo. Ihre Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind moderne Kulturstudien, Geschlechterforschung und Männlichkeitsstudien, Wandel der Familienformen, Familienpolitik und demographischer Wandel.

Ravensberger Spinnerei / VHS
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