1. Bielefelder Tag der Medizinethik:

„Kommt eine Familie zum Arzt …“ – Zur Rolle der Angehörigen aus medizinethischer Sicht

In der medizinischen Ethik wird häufig ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass sich medizinische Behandlungen hauptsächlich in der Interaktion zwischen Arzt und Patient abspielen. Ausgeklammert wird dabei, dass die allermeisten Patientinnen und Patienten in vielfache Nahbeziehungen eingebunden sind. Ethisch herausfordernde Situationen entstehen oft dort, wo es um die Therapie schwerer, existenziell belastender, langanhaltender Krankheiten geht. Das sind aber auch Situationen, in die Angehörige in der Regel involviert sind und in denen sich deshalb die Frage stellt, wie deren Rolle aus medizinethischer Sicht beurteilt werden sollte. Wenn eine Familie zum Arzt kommt, können besondere ethische Herausforderung damit verbunden sein, die neben den Fragen nach Autonomie, informierter Einwilligung, Privatsphäre und Schweigepflicht auch ethische Überlegungen zu Nahbeziehungen oder den Umgang mit Werten und Normen innerhalb von familiären Gefügen betreffen. Auch die Rolle der Ärztin oder des Arztes kann entscheidende Veränderungen erfahren, wenn der Blick nicht nur auf den einzelnen Menschen, sondern auch auf sein soziales Gefüge gerichtet wird.

Auf dem 1. Bielefelder Tag der Medizinethik kommen Vertreterinnen und Vertreter der Medizinethik, der medizinischen und pflegerischen Praxis sowie der Betroffenen gleichermaßen zu Wort. Der Tag richtet sich an medizinethisches Fachpublikum, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und klinisches Personal.

ZIF
Newsletter

Jetzt für die regelmäßige Zusendung des monatlichen Veranstaltungskalenders registrieren!