Foto: Marc Detering

Anna Oppermann - Künstler sein

Die Kunsthalle Bielefeld zeigt vom 23. März bis zum 28. Juli 2019 eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin Anna Oppermann. Zentrum der Ausstellung ist das umfangreiche Ensemble «Künstler sein», das 1977 auf der Documenta 6 in Kassel gezeigt wurde. Das Werk steht für das Selbstverständnis einer neuen Künstlergeneration in den 1960er und 1970er Jahren, die Grenzen inhaltlich und formal in vielerlei Richtungen aufzubrechen suchte. Mit zahlreichen biografischen Bezügen erzählt «Künstler sein» von der Haltung und Befreiung Anna Oppermanns durch die von ihr inszenierte Bildwelt.

Anna Oppermanns Kunst artikuliert den Anspruch, gleichberechtigt als Künstlerin neben ihren männlichen Kollegen wahrgenommen zu werden. Ihre «Ensembles» stellen den Betrachter vor besondere Herausforderungen. Sie bestehen aus einer unübersichtlichen Vielzahl von sorgfältig angeordneten Einzelteilen: Gegenstände, Fotos, Zeichnungen, Zeitungsausschnitte, Selbstgeschriebenes, Abgeschriebenes, Zettel, Fotos von den Zeichnungen und immer wieder Fotos von vorherigen Zuständen des Ensembles. So entsteht ein Chaos, eine verzettelte Welt, durch die der geduldige Blick erst allmählich Sichtschneisen und Denkpfade legt.

«Künstler sein» und malerisches Frühwerk

«Künstler sein» ist das an Bildelementen umfangreichste Werk der Künstlerin. Es wuchert mit mehr als tausend Einzelteilen förmlich in den Raum und ist visuell als Ganzes gar nicht zu erfassen. Der Betrachter wird zwischen Nähe und Distanz hin- und hergerissen, um die kleinteiligen Bilder und Texte gut sehen zu können.

Neben dem Ensemble «Künstler sein» liegt ein weiterer Fokus der Ausstellung auf dem Frühwerk von Anna Oppermann. Im »klassischen« Tafelbildformat stellt sie komplexe Raumsituationen dar. Knallige Farben, Pop Art und Traumlandschaften prägen die frühen Bildwelten der Künstlerin zwischen 1965 und 1968. Kritisch widmet sich Anna Oppermann gesellschaftspolitischen Fragen: Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, individuelle Ängste und soziale Erwartung fließen ein die «Ensembles». Der eigene Status als Frau, Mutter und Künstlerin ist dabei Ausgangspunkt für die Betrachtung allgemeiner gesellschaftlicher Strukturen.

Die Künstlerin:

Anna Oppermann wurde im Jahr 1940 in Eutin in Schleswig Holstein geboren. Sie starb bereits 1993 in Celle in Niedersachsen. Von 1962 bis 1968 studierte Anna Oppermann an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg Malerei, Grafik und Kunsterziehung und parallel dazu an der Universität Hamburg Philosophie. Sie war Teilnehmerin der Documeta 6 (1977) und 8 (1987) in Kassel und der Biennale in Sydney (1984).

Kunsthalle Bielefeld
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