Ein neuer Tanzabend

Moritz Ostruschnjak

Die Digitalisierung lässt unseren Alltag komplexer werden. Wenn Daten sich verschränken, Kommunikationswege verdichten und Möglichkeiten multiplizieren, können wir alles und jede/r sein, zu jeder Zeit und an jedem Ort. In der Flut der Informationen können wir Tag für Tag Neues finden - uns neu erfinden. Doch was bedeutet das für die Integrität des Einzelnen, sein physisches und soziales Erleben? Wie reagiert der Gesellschaftskörper?

In einer Neukreation für das Ensemble von TANZ Bielefeld befragt der Münchner Choreograf Moritz Ostruschnjak das Konfliktpotential unserer digitalen Lebenswirklichkeit. In der virtuellen Erweiterung der Realität können Extreme ungehindert aufeinanderprallen. Hier vermischen sich Popkultur mit Aggression und Gewaltbereitschaft, Weltenhunger mit nationalistischer Propaganda, Unsicherheit mit Größenwahn und Imperialismus. Stehen wir vor dem Kollaps oder ist das schon der Beginn eines neuen Zeitalters? In seiner Kreation Unstern (2018) reflektierte Moritz Ostruschnjak die Bedingungen technischen, gesellschaftlichen und politischen Wandels am Beispiel des beginnenden 20. Jahrhunderts und fragte nach der Zukunft. Seine Recherche verschiebt sich nun in den Kontext der Digitalisierung und erhält dort wieder eine besondere Dringlichkeit.

Die Auseinandersetzung mit neuen Informationstechnologien suchen Choreograf und Ensemble auch auf formaler Ebene: Gemeinsam mit einem/r Digital-KünstlerIn verwandeln sie das TOR 6 Theaterhaus in ein Laboratorium für intermediales Erzählen und loten die Ausdrucksmöglichkeiten des zeitgenössischen Tanzes aus.

Der Tanzabend ist Teil eines auf drei Spielzeiten angelegten Projektes zum Thema Tanz und Digitalität.

Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das NRW KULTURsekretariat und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Tor 6 Theaterhaus Bielefeld
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