5. Symphoniekonzert (1/2)

Beethoven in zwanzig Tagen

Erkki-Sven Tüür
Auftragswerk*
(Deutsche Erstaufführung)

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 Pastorale

 

Das Ereignis »Beethoven in zwanzig Tagen« tritt mit diesen beiden Konzerten in seine heiße Phase ein. Mit der Eroica ist jene visionäre Symphonie zu hören, mit der Beethoven dieser Gattung erstmals seinen ureigensten Stempel aufdrückte und die Welt zum Staunen brachte. Letzteres gelang ihm zweifelsfrei auch mit der Pastorale, die alle bis dahin für »gültig« erachteten Formmuster zumindest hinterfragte und zugleich eine Art Grundstein legte für das, was später als Programmmusik die Gemüter erhitzen sollte: Kann Musik außermusikalische Inhalte transportieren oder macht sie sich damit kleiner, als sie ist? Nebenbei erzählt die zeitgleich mit der so anders gearteten Fünften entstandene Sechste viel über den naturliebenden Menschen Beethoven. Die erste Symphonie, begonnen 1799, markiert in der Kombination mit der durch die Zeitgeschichte inspirierten Dritten besonders schön Beethovens reifen »Startpunkt «, und die heitere Achte setzt der Sechsten, mit der sie die Ausgangstonart F-Dur gemeinsam hat, eine ebenfalls interessante symphonische Architektur entgegen. Für den Brückenschlag ins Heute sorgt der estnische Komponist Erkki-Sven Tüür. Seine an Beethovens Orchesterbesetzung orientierte Neukomposition ist zu gleichen Teilen als Auftrag der finnischen Kymi Sinfonietta, des in Tokio beheimateten Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, des Estonian National Symphony Orchestra und der Bielefelder Philharmoniker entstanden und wird von ihnen der Reihe nach aufgeführt. Nachdem Erkki-Sven Tüür in Tallinn Komposition, Flöte und Percussion studiert hatte, spielte und sang er einige Jahre lang in der Rockband In Spe, die in der estnischen SSR überaus beliebt war. Als einer der heute bedeutendsten estnischen Komponisten hat Tüür einen Stil entwickelt, dessen Charme aus der Kombination ganz heterogener Elemente wie Atonalität oder Polyrhythmik mit diatonischen oder »alten«, modalen Klängen erwächst - wie sie nicht zuletzt Beethoven mitgeprägt hat. 

*Gefördert durch BTHVN2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

Rudolf-Oetker-Halle
Newsletter

Jetzt für die regelmäßige Zusendung des monatlichen Veranstaltungskalenders registrieren!