Distortus

Vom Lieben des Leblosen und Verachten des Lebenden

Distortus

Vom Lieben des Leblosen und Verachten des Lebenden


"Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden.
Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden.
Die Welt befindet sich im Chaos,
weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden."

– Dalai Lama


Lena_Whooo nutzt Materialien, dessen Wert scheinbar längst verfallen ist, als Müll deklariert wurde und schreibt ihnen so ihren eigenen; einen neuen Wert zu. Am häufigsten nutzt sie dafür Glas- und Spiegelscheiben, "da für mich bei solchen Objekten bereits ein eigener, symbolischer Wert vorliegt. Fenster sind der Inbegriff von vorgetäuschter Freiheit; Spiegel von vermeintlicher Reflexion. Diese grundlegenden Faktoren spielen für mich bei der künstlerischen Auseinandersetzung mit 'Sozialisation und Gesellschaft' eine große Rolle."

Diesen Diskurs trägt die Künstlerin derzeit in der Vitrine in der Große-Kurfürstenstraße 81 mit einer zeitgenössischen Installation von Alltags-, transparenten und spiegelnden Objekten fort, "sodass wir uns im klaren werden, dass diese Dinge dort genauso achtlos weggeworfen wurden, wie solche Menschen, die für unsere Welt offensichtlich keinen (ökonomischen) Wert beinhalten."

Wie also beeinflusst uns dieses prekäre Verhältnis zwischen Menschlichkeit und Dinglichkeit?
Lässt es sich überhaupt noch unterscheiden oder sind Menschen längst verdinglicht und Dinge längst vermenschlicht?!
"Reflexion ist durch die Macht der Freiheit bedingt; ich frage mich, wie frei wir sein müssen, um Reflexionen nicht nur theoretisch zulassen zu können, sondern auch durch dessen Erkenntnisse neuen Handlungen animiert zu werden?"


Die Ausstellung ist tagtäglich bis zum 30.11.2019 in der Vitrine der Große-Kurfürstenstraße 81 zu sehen.


Bielefeld
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