GENIALE 2017: Die Wissenschaft muss zum Menschen!

Interview mit Tom Steinlein, Ökosystembiologe an der Universität Bielefeld

„Die Wissenschaft muss zum Menschen.“ Das ist das Anliegen von Tom Steinlein, Ökosystembiologe an der Universität Bielefeld. Und deshalb war er bereits 2011 und 2014 bei der GENIALE mit dabei. Im Interview verrät er, was für ihn der Reiz an der Veranstaltung ist und warum Science Festivals so wichtig sind.

Was ist für Wissenschaftler die größte Herausforderung bei der GENIALE?

Es geht darum, komplexe Sachverhalte allgemein verständlich darzustellen. Das ist die Kunst dabei. Denn je stärker ich etwas vereinfache, desto größer wird die Gefahr, dass es falsch wird. Ich teste  das gern vorher bei meiner Frau und meinen Kindern, ob es funktioniert.

Was ist der größte Spaß?

Viele Kollegen sind überrascht, wie viele Menschen sich tatsächlich für ihr Arbeitsgebiet und ihre Forschung interessieren. Das bekommt man im universitären Alltag unter Umständen gar nicht so mit. Deshalb ist die GENIALE eine tolle Gelegenheit, den Austausch zu suchen und Wissenschaft in die Stadt zu bringen. Wir hatten auch schon interessierte Jugendliche dabei, die sich später um ein Schülerpraktikum beworben haben. Dabei kann man wirklich Talente entdecken.

Und für Sie persönlich?

Die Aha-Effekte der Kinder. Und deren knifflige Fragen, die manchmal gar nicht so leicht zu beantworten sind. Das finde ich klasse. Manchmal hat man Hochbegabte dabei oder auch Ältere, die sich intensiv mit einer Thematik auseinandergesetzt haben und in diesem Bereich mehr wissen als wir. Ich kann nur alle ermuntern, zur  GENIALE zu kommen: Hingehen, Spaß haben und sich schlau machen.

Wie kamen Sie zur GENIALE?

Ich liebe verrückte Sachen. Bei einem Projekt, das das Ziel hatte, Jungen in die Stadtbibliothek zu „locken“, habe ich den Lehrer Kirsten Biedermann kennengelernt. Wir haben à la „Jugend forscht“ die Jungs experimentieren lassen, um Wissenschaft greifbar zu machen. Das hat sehr gut funktioniert und so haben wir „Der geniale Mord“ und „Der geniale Schlüssel“ für die  GENIALE 2011 und 2014 entwickelt.

Worum ging es bei den Projekten für die GENIALE?

Ziel war es, möglichst viele Disziplinen zu vereinen. Wir haben überlegt, was besonders Kinder spannend finden und da sind wir auf einen Mord gekommen. Der gruselig inszenierte Tatort befand sich auf dem Jahnplatz. Neben der „Leiche“ gab es einige rätselhafte Indizien, wie Schlaftabletten und eine zerrissene Banknote. An dem mehrtägigen Detektivspiel beteiligten sich sehr viele  junge Ermittler, die sich mit Feuereifer an die Sache gemacht haben und den Hinweisen nachgegangen sind. Hier besuchten sie verschiedene Lehrstühle. Bei der Physik wurden beispielsweise Schmutzpartikel, die sich unter dem Fingernagel des „Opfers“ befanden mit dem Helium-Ionen-Mikroskop untersucht, um Hinweise auf den Täter zu finden. Bei „Der geniale Schlüssel“ war es ähnlich, nur ging es hier um die Suche nach dem sagenumwobenen Bielefeld-Schatz.

Was planen Sie für 2017?

Bei der diesjährigen GENIALE gibt es „Das geniale Quiz“. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Denn auch dieses Jahr wollen wir wieder möglichst viele Fakultäten vereinen. Der Modus ist so ähnlich wie bei „Wer wird Millionär“. Es wird eine Vorrunde geben, in der etwa 9 bis 12 Jugendliche gegeneinander antreten. Wir planen Filmeinspielungen und Experimente vor Ort. Und zum Abschluss gibt es natürlich das große Finale. Das Quiz richtet sich an junge Menschen zwischen 10 und 15 Jahren, aber alle dürfen vor Ort miträtseln.

Newsletter

Jetzt für die regelmäßige Zusendung des monatlichen Veranstaltungskalenders registrieren!