Bielefeld: Ein grünes Sommermärchen

Mit Stadtführerin Janine Vetter entlang der schönsten Orte der grünen Großstadt

„Für mich ist Bielefeld die schönste Stadt der Welt.“ Und Janine Vetter muss es wissen. Sie ist seit über fünf Jahren Stadtführerin und zeigt Gästen von nah und fern „ihre“ Stadt. Die Besucher sind begeistert. Ihre ganz besonderen Lieblingsplätze stellt sie hier vor...

„In Bielefeld liegt alles so nah beieinander. Wenn ich Trubel haben möchte, gehe ich in der Stadt shoppen oder hole mir einen Kaffee am Alten Markt. Dort sitzen die Studis auf der Treppe zum Theater und essen Eis. In den Cafés ist es im Sommer immer voll. Und natürlich mag ich die historische Kulisse mit den alten Fassaden.“ Der Alte Markt ist Bielefelds „gute Stube“ und nur wenige Gehminuten davon entfernt, liegt der Skulpturenpark vor der Kunsthalle. „Das ist ein Park für alle, jung, alt – ganz egal. Und natürlich für Kunstinteressierte, die sich die Skulpturen und die wechselnden Ausstellungen in der Kunsthalle ansehen“, sagt Janine Vetter. „Hier ist bis spätabends Sonne und wenn es richtig heiß ist, spenden die Bäume Schatten.“ Ein idealer Platz für ein Picknick.

Bielefeld ist tatsächlich reich gesegnet mit toll angelegten Parks, Grünanlagen und – last but not least – natürlich mit dem Teutoburger Wald und seinen vielen Wanderrouten. „Von der Stadt aus sind es nur 10 Minuten zu Fuß und schon bin ich mitten im Grünen", so Janine Vetter.

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Bürgerpark

Im Bürgerpark ist im Sommer immer was los. Mir gefällt die Kombination aus Natur und Kultur sehr gut. Man liegt auf der Wiese neben der Rudolf-Oetker-Halle, benannt nach dem Sohn des  Firmengründers, der 1916 im Krieg gestorben ist. Gestiftet wurde der Konzertbau von seiner Mutter Caroline Oetker – übrigens die einzige weibliche Ehrenbürgerin Bielefelds. Die Akustik in der 1930 eröffneten Halle wird auch heute immer wieder hochgelobt. Der Park wurde gerade auf Vordermann gebracht. Für die Kinder gibt es nicht nur einen Spielplatz, sondern auch ein tolles Wasserspiel. Die Erwachsenen können sich im Café mit Blick über den gesamten Park bis hin zur „Bielefelder Alm“ stärken.

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Johannisberg

Viele meiner Lieblingsplätze befinden sich rund um den Johannisberg, der sich in den letzten Jahren toll entwickelt hat. Früher DER gesellschaftliche Treffpunkt. Ein Ort für Feste, Konzerte und  romantische Stunden. Von der Terrasse hat man einen schönen Blick auf die Sparrenburg. Der Johannisfriedhof, der gerade zum schönsten Friedhof der Republik gewählt wurde, eignet sich im Sommer ideal für einen schattigen Spaziergang.

Ein spannendes Ausflugsziel ist der Kletterpark. Ich glaube, nirgendwo sonst klettert man so naturnah. Das gibt’s nur hier. Gern mache ich einen Abstecher zum Bauernhausmuseum, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert und damit zu den ältesten Freilichtmuseen Deutschlands zählt. Wer möglichst viele Sehenswürdigkeiten verbinden möchte, der folgt einfach dem Rundwanderweg A8: Von der Sparrenburg geht es über den Johannisberg, das Bauernhausmuseum, den Tierpark und den Botanischen Garten zurück zur Kunsthalle. Das Tolle daran: Man ist mitten im Wald, aber nie weiter als eineinhalb Kilometer von der Stadt entfernt. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann die Strecke übrigens mit dem Sparrenmobil abfahren.

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Sparrenburg

Die Burg ist mein erster Anlaufpunkt, wenn ich Besuch von außerhalb habe. Die Londoner haben Big Ben und wir die Sparrenburg. In alle Himmelsrichtungen hat man hier einen sagenhaften Panoramablick auf Bielefeld. Besonders vom Brunnen aus kann mehr sehr gut beobachten, wie präsent der Teuto ist. Oben vom Turm ist die Aussicht noch mal anders und unten im Gewölbe, in den Kasematten, ist es auch an heißen Tagen sehr angenehm. Denn das ist der kühlste Ort der Stadt im Sommer. Da man mitten in der Natur ist, kann man gleich noch einen Spaziergang auf der Promenade einlegen.

Jedes Jahr im Juli wird die großartige Festungsanlage drei Tage lang zur historischen Kulisse des Sparrenburgfests – ein mittelalterliches „Woodstock“. Met trinken und traditionell gebackenes Brot kaufen, stehen da jedes Jahr wieder ganz oben auf meiner To-do-Liste.

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Obersee

Wenn ich Lust auf Wasser habe, fahre ich zum Obersee. Mit 20 Hektar ist der See das größte Gewässer Bielefelds. Man kann 3,5 Kilometer rund um den See spazieren, den Anglern zusehen und die Vögel in ihrem Schutzgebiet beobachten. Ich gehe mit meiner Tochter auch gerne auf den Spielplatz. Wenn sie älter ist, können wir Minigolf spielen oder eine Segway-Tour unternehmen. Die startet hier am Obersee und führt durch die vielen Grünzüge der Stadt bis zum Nordpark. Dort wird eine Pause eingelegt und anschließend fährt man in das Neue Bahnhofsviertel und in den Bielefelder Westen rund um den Siegfriedplatz, den „Siggi“. Zurück führt der Weg entlang der Johannisbachaue.

Der alte Teil des Viadukts am Obersee mit seinen ursprünglich 28 Bögen gehörte zu den ältesten Zeugen der Eisenbahngeschichte in Deutschland. Leider wurde das Bauwerk im März 1945 zerstört und etwa zwei Jahre später unter Einbeziehung der noch intakten 13 Bögen provisorisch wiederaufgebaut.

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Heimat-Tierpark Olderdissen

Mit meiner dreijährigen Tochter gehe ich oft in den Tierpark Olderdissen. Der Bielefelder sagt übrigens „Ollerdissen“ zu dem größten eintrittsfreien Tierpark Deutschlands. Hier war ich schon als Kindsehr oft mit meinen Eltern. Ich bin damals immer zuerst zu der kleinen Mauer am Ententeich gelaufen – und das macht meine Tochter jetzt genau so. Der große Spielplatz und das Ziegen füttern stehen natürlich ganz hoch im Kurs. Die Bären Max und Jule gehören ebenfalls zum Pflichtprogramm.

1929 fand Stadtförster Wilhelm Hornberg ein elternloses Rehkitz, das seine Frau liebevoll mit der Flasche aufzog. „Lisa“ wuchs allen ans Herz. Daraus entstand die Idee, den Bielefeldern die Tiere der Heimat näherzubringen. Heute können etwa 450 Tiere im Tierpark besucht werden. „Ollerdissen“ kennt in Bielefeld jedes Kind.

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