"Warum schreibst du mir nicht"

Wanderausstellung basierend auf Post aus den Lagern des Nationalsozialismus

Die Künstlerin Raphaela Kula setzt sich in einer Installation mit den Lebensspuren einer vernichteten Vergangenheit auseinander.

“Ich denke dass ich dieser Tage Urlaub machen werde. Du wirst später wieder von mir hören” schreibt Wolfgang Maas am 5. November 1942 an seine Verlobte Thea Windmüller, die sich in Friesland versteckt hält. Mit dieser Mitteilung läßt Wolfgang sie wissen, dass er jetzt auch untertauchen wird. Anstelle von ’10.000 Küße auf deinen lieben Mund’ unterschreibt er ab jetzt mit ‘Herzliche Grüße und ein Kuß von Onkel Wim’.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen fünf Menschen vor und während des Zweiten Weltkriegs: Wanda Verduin, Jules Schelvis, Nico Peeters, Wolfgang Maas und Thea Windmüller – eine jüdische Jugendliche, ein jüdischer junger Mann, ein Widerstandskämpfer, ein Flüchtling aus Deutschland und seine Freundin. Wir folgen ihnen durch Deutschland, die Niederlande, die Lager und Ghettos in Polen bis zu ihrem Tod oder der Befreiung. Ihnen wird ihre Privatsphäre und ihre Identität genommen, sie hatten keine Ahnung, was sie erwarten würde und keine Chance, ihrem Schicksal zu entkommen. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse, dem Erstarken nationaler ausgrenzender Tendenzen, halten wir eine Auseinandersetzung mit Zeugnissen aus der NS Zeit und die Reflexion ihrer Bedeutung für unsere Gegenwart für sinnvoll.

Ausstellungseröffnung mit Mirjam Huffener (NL)am 5.11.18 um 19 Uhr
Musikalischer Beitrag: Lebenslaute


Ravensberger Spinnerei / VHS
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