Text

Dmitry Glukhovsky

Text nach dem Roman von Dmitry Glukhovsky / aus dem Russischen von Franziska Zwerg

Ilja hat sieben Jahre im Straflager verbracht, für ein Drogendelikt, das er nicht begangen hat. Als er entlassen wird, ist nichts mehr wie es war: seine Jugend dahin, der Studienplatz weg, seine damalige Freundin mit einem anderen zusammen, seine Heimat Moskau kaum wiederzuerkennen. Einzig die Mutter wartet daheim. Doch auch diese letzte Gewissheit erweist sich als Trugschluss. Die Wohnung ist leer, die Kohlsuppe auf dem Herd kalt, seine Mutter hatte einen Herzinfarkt. Und da ist er wieder, der so lange zurückgehaltene Hass auf Petja, den korrupten Drogenfahnder, der ihm sein Leben zerstört hat. Befeuert vom Alkohol und bewaffnet mit einem Küchenmesser zieht Ilja los, findet seinen Peiniger im Dunkel der Nacht und ersticht ihn hinterrücks. Als Ilja am nächsten Tag in der leeren Wohnung aufwacht, kommt ihm das Geschehene nahezu unwirklich vor - wäre da nicht das Smartphone des Toten, das er im Affekt mitgenommen hat. Zaghaft beginnt Ilja aus Petjas Chatverläufen Informationen zu sammeln und in seinem Namen zu antworten. Und mit jeder Stunde, in der er Petjas Leben virtuell verlängert, um seiner erneuten Verhaftung zu entgehen, dringt Ilja tiefer in das Netz aus privaten Verwicklungen und kriminellen Machenschaften des Anderen ein, der immer mehr er selbst wird.

Der russische Autor Dmitry Glukhovsky, der mit seiner Science-Fiktion-Trilogie Metro weltweit bekannt wurde, hat mit Text einen politisch brisanten Techno-Thriller vorgelegt, eine moderne Geschichte von Schuld und Sühne.

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