VG Bild-Kunst, Bonn 2020 | Foto: Philipp Ottendörfer

Antonius Höckelmann - Alles in allem

Antonius Höckelmann (1937–2000) ist einer der außergewöhnlichsten deutschen Künstler seiner Generation. In Oelde/Westfalen geboren und dort zum Holzbildhauer ausgebildet, lebt er nach der Studienzeit in Berlin drei Jahrzehnte in Köln, wo er Teil der Kunstszene des Rheinlandes ist. Sein Werk zeigt Einflüsse des westfälischen, aber auch italienischen Barock, des Informel, der neuen Figuration ab den 1960er-Jahren sowie der «Neuen Wilden» der 1980er-Jahre. Höckelmann hat hauptsächlich Skulpturen und Zeichnungen geschaffen. Abstrakte, organische Formen vereinen sich mit gegenständlichen Motiven in teils monumentalen Papierarbeiten oder plastisch geformten Gebilden aus Gips, Styropor, Aluminium oder Bronze. In den 1990er-Jahren treten außerdem Acrylbilder von expressiver Farbigkeit hinzu. Höckelmann setzt in seinen Werken plastische Energien frei. Mit stark bewegten Oberflächen und dynamischerLinienführung schafft er fantastische, rätselhafte Bildwelten, in denen sich frei gestaltete und figürliche Formen zu dichten Kompositionen verbinden. Motive erscheinen und verschwinden zwischen wuchernden und vegetabilen Schwellformen, Spiralen, Knollen und Knäueln. Seine Themen sind Sexualität, Geschlechterkampf, Mensch und Tier, Pferdesport und die Pflanzenwelt. Sein Schaffen zeichnet sich durch große mediale Vielfalt aus, bei dem nicht nur formal, sondern inhaltlich-motivisch schließlich «alles in allem» in einem einzigartigen Kosmos verwoben ist. Antonius Höckelmann wurde 1937 in Oelde geboren und dort von 1951 bis 1957 bei Heinrich Lückenkötter zum Holzbildhauer ausgebildet. Anschließend nahm er an der Hochschule für bildende Künste in Berlin das Studium der Bildhauerei bei Karl Hartung auf. Ab 1961 lebte er als freischaffender Künstler in Berlin, bis er 1970 nach Köln zog, wo er drei Jahrzehnte lang die rheinische Kunstszene mitprägte. Höckelmann hat an der documenta 6 und 7 teilgenommen und war vor allem in den 1980er-Jahren neben Malerkollegen wie Georg Baselitz, Markus Lüpertz und A. R. Penck in den maßgeblichen deutschen Ausstellungen der Zeit vertreten. Die Präsentation der Kunsthalle Bielefeld soll zu einer längst überfälligen Neuentdeckung dieses Künstlers beitragen.

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