Ariadne auf Naxos

Richard Strauss

Oper in einem Akt nebst einem Vorspiel / Libretto von Hugo von Hofmannsthal / In deutscher Sprache mit Übertiteln

Unvorhersehbar und verschlungen wie das Labyrinth des kretischen Königs Minos, dessen Tochter Ariadne dem aus Athen stammenden Prinzen Theseus mittels Faden aus demselben zu entkommen half, gibt sich auch Richard Strauss' Oper Ariadne auf Naxos. Zumindest dem Anschein nach, denn für Theaterschaffende ist der im ersten Teil verhandelte Blick hinter die Kulissen einer, nein, eigentlich zweier unmittelbar bevorstehender Aufführungen so etwas wie ein Heimspiel. Wie dort die Beteiligten einer Tanzmaskerade und einer Tragödie von einem gewissen »gnädigen Herrn« mit der Willku?r der Mächtigen aufeinandergehetzt werden, ist so zeitlos authentisch wie letztendlich nebensächlich. Denn wenn sich der Vorhang zur eigentlichen Oper hebt, erweist sich einmal mehr, dass Theaterkunst und Musik mühelos zu überwinden vermögen, was streitende, geltungssüchtige, habgierige und am Ende doch nur geliebt werden wollende Menschen vor unüberwindbare Hindernisse stellt.

Ariadne, die Theseus aus Liebe und nur gegen das Versprechen der Ehe vor dem sicheren Tod bewahrt hatte, sieht sich hinterru?cks von ihm verlassen. In ihre abgrundtiefe Depression bricht unversehens eine Impro-Theatergruppe um die blitzgescheite Zerbinetta herein, die sich »zufällig auf der wu?sten Insel befindet«. Doch bevor sich zwischen den beiden Protagonistinnen so etwas wie eine freundschaftliche Beziehung aufbauen kann, kündigt sich eine gänzlich neue, rauschhafte Perspektive für Ariadne an. Und Strauss wäre nicht Strauss, wu?rde er fu?r dieses Finale nicht alle Register seiner spätromantisch glitzernden musikalischen Wunderkiste ziehen …

Stadttheater
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