CABRIO 2021

- Was macht die Stadt?

„Eines Tages werden die Wünsche die Wohnung verlassen und auf die Strasse gehen“ (Park Fiction Post, 1998)

CABRIO 2021 überträgt aktuelle künstlerische und gesellschaftsrelevante Fragestellungen in einen Dialog. Dieses Jahr widmen wir uns der Stadt, dem öffentlichen Raum, dem urbanen Miteinander. Dabei geht es vorrangig um die Verschiebung der Wahrnehmung dieses Zwischen-uns-allen-Raums. Welche Spuren hat die Pandemie in diesem Gebiet hinterlassen? Wie ist diese Veränderung einzuschätzen? Dieses Jahr tauchen wir gemeinsam ein in den Stadtraum: als Spielplatz der Demokratie, Möglichkeit des Erscheinens und Pflichtübung kollektiven Handelns. Das geplante Abendprogramm verdeutlicht den diversen Umgang mit öffentlichem Raum und lässt sich gleichzeitig als Experiment verstehen: was ist im geteilten Raum (un-)möglich? Die Frage danach, was öffentlichen Raum ausmacht, erweist sich vor dem Hintergrund einer zu bewältigenden Pandemie, die auch den öffentlich zugänglichen Raum als Rückzugsort gefordert hat, als kompliziert und vielschichtig. So lassen sich in der Stadtforschung funktionale, rechtliche, soziale und materiell-symbolische Dimensionen von Öffentlichkeit voneinander unterscheiden. Wir alle kennen Beispiele von „Kunst im öffentlichen Raum“. Viel wichtiger aber ist die Frage, was als „öffentlich“ gilt und wie und von was der öffentliche Raum gesteuert wird. Soziale und politische Konflikte werden im öffentlichen Raum ausgetragen. Öffentlichkeit ist daher einem ständigen Wandel unterworfen. Mit CABRIO 2021 will der Kunstverein Bielefeld verschiedene Formate im öffentlichen Raum erproben, um das Verständnis für aktuelle Konflikte um den öffentlichen Raum kollektiv zu schärfen. Es geht um Partizipation und Emanzipation, Teilhabe und Aneignung, Subjektivität und Intersubjektivität - der Kunstverein als demokratisch aufgebaute Institution lädt im Rahmen von 9 Abendveranstaltungen dazu ein, die eigene Auffassung von öffentlichen Raum auf den Prüfstand zu stellen und die Stadt, in der wir leben (wollen), neu zu erfahren und gemeinsam zu denken. Ein divers aufgestelltes Programm lädt Interessierte dazu ein, sich performativ den eigenen Grenzen zu nähern. Neben diskursiven Formaten, werden auch empirisch-ephemere Ereignisse im gemeinsamen Raum stattfinden.

„Our public spaces are as profound as we allow them to be."
(Candy Chang)

Kunstverein Bielefeld
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