Warten auf'n Bus

Oliver Bukowski

»Det, mein Freund, is die letzte, verdammte Schnittstelle zwischen der Zivilisation und der absoluten Pampa. Von hier ab in die Richtung hört jedes intelljente Leben uff. Wir sind der letzte Außenposten, die Gralshüter quasi.«

Tag für Tag treffen sie sich an einer Bushaltestelle in der tiefsten Provinz: Ralle und Hannes, zwei Kumpels aus längst vergangenen Tagen. Fru?her ging es von diesem Punkt zur Arbeit, mit Stullenbu?chse und Thermoskanne. Jetzt ist hier Endstation, mit Bierbüchse und ohne Job. Sie fragen sich, was sie falsch gemacht haben, philosophieren über die Gesellschaft, die sie an den Rand gespült hat, träumen sich in bessere Zeiten, streiten, raufen, trinken - und warten. Auf Kathrin zum Beispiel, die Busfahrerin, in die beide verknallt sind. Fu?r diese Frau, die ihnen immer ein Lächeln schenkt, würden die beiden Männer fast alles tun. Denn auch wenn sie nahezu alles verloren haben: Ihre Wu?rde und ihren Humor lassen sie sich nicht nehmen. Trotz allem.

Warten auf'n Bus ist urspru?nglich eine Comedyserie des Rundfunks Berlin-Brandenburg, die sofort nach ihrem Erscheinen im Frühjahr 2020 populär wurde. Oliver Bukowski gibt in ihr zwei Menschen eine Stimme, die sonst eher selten zu Wort kommen. Ein Stoff, der so herzergreifend, todtraurig und zum Brüllen komisch ist, hat unbedingt auch Potential für das Theater und wird deshalb in Bielefeld erstmalig auf die Bühne kommen.

Projektion am Theater am Alten Markt
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