Blut an den Lippen (Regisseur am Filmabend anwesend!)

BE 1971 // 100 Min.

OT: Les Lèvres rouges // BE 1971 // 100 Min. / Blu-Ray / OmU // Regie: Harry Kümel // Mit Delphine Seyrig, Danielle Ouimet, John Karlen, Andrea Rau u.a. // Musik: François de Roubaix
Damit wurde für das Offkino der 1. Lockdown eingeläutet, indem wir im März 2020 diesen Filmabend sehr kurzfristig absagen mussten. Umso mehr freuen wir uns, dass auch einige Monate später der belgische Regisseur Harry Kümel am Filmabend anwesend sein wird! Auf seinen Wunsch hin wird „Les Lèvres rouges“ in der der von „Bildstörung“ 2013 veröffentlichten digitalen Fassung projiziert – weiteres dazu am Filmabend.
Zum Film:
Ostende: Frisch vermählt machen Valerie und Stefan ungeplant Zwischenstopp in einem leeren Luxushotel an der Küste. Es ist Jahresende, die Saison ist vorbei, sie sind die einzigen Gäste. Vorerst. Denn noch in derselben Nacht betritt eine geheimnisvolle Gräfin in Begleitung ihrer Sekretärin die Lobby und fragt nach einem Zimmer. Stefan ist sofort wie gebannt von den beiden Neuankömmlingen. Als der Portier aber ihren Namen hört, wirkt er äußerst irritiert:
40 Jahre ist es inzwischen her, und doch ist die Gräfin keinen Tag gealtert? „Das war meine Mutter“, ist die kurze Antwort. Am nächsten morgen schreibt die Zeitung von einer weiteren jungen Frauenleiche, der jeder Tropfen Blut fehlt…

„Blut an den Lippen ist ein außergewöhnlicher Genrefilm, der […] viele Stilrichtungen kreuzt, auf eine sehr avantgardistische Art und Weise […]. Ein unglaubliches Crossover aus 70er Ex- und Sexploitation Grindhousekino, dabei handwerklich so grandios, anspruchsvoll und subtil inszeniert, dass es leicht an den wenige Jahre später erschienenen Klassiker Wenn die Gondeln Trauer tragen erinnert. Die Mischung aus sexuellem Befreiungskino, Horror und Arthouse-Anspruch scheint sehr gewagt, gerade dadurch bezieht Les Lèvres rouges seinen einzigartigen Reiz, ist […] kaum kopierbar und ein Unikum.“ Jacko Kunze
Noch erwähnenswert ist, dass „Les Lèvres rouges“, der vor allem durch das grandiose Schauspiel von Delphine Seyrig getragen wird, auch feministisch gelesen wird: Neben der klaren Machtposition der Hauptdarstellerinnen, verstößt er gegen die Konventionen eines Lesben-Vampirgenres, der lesbische Vampirinnen in der Regel als eine zu besiegende Bedrohung der heterosexuellen Normalität darstellt.










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