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Jom haSchoa 2026 in Bielefeld
Jede Ermordete, jeder Ermordete hat einen Namen
Am Jom haSchoa gedenken wir der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung. In Bielefeld geschieht dies seit vielen Jahren in einer besonderen Form: im öffentlichen Raum, offen für alle und getragen von der gemeinsamen Erinnerung.
Im Zentrum steht die Lesung der Namen von rund 2.000 jüdischen Menschen aus Bielefeld, die deportiert und ermordet wurden. Ihre Namen werden am Dienstag, 14. April 2026, ab 15:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr vor dem Rathaus über mehrere Stunden hinweg verlesen. Die Lesung ist offen gestaltet: Menschen können jederzeit dazukommen, zuhören oder sich selbst beteiligen. Jede und jeder ist eingeladen, Namen zu lesen – eine Anmeldung oder besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Auch Schulklassen, Jugendgruppen, Initiativen und Vereine sind ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen.
Die Veranstaltung ist bewusst schlicht gehalten und zugleich von großer Würde geprägt. Sie lebt von der Beteiligung der Stadtgesellschaft. Ergänzend stehen vor Ort Ansprechpersonen für Gespräche zur Verfügung. Sie beantworten Fragen, erläutern Hintergründe und laden zum Austausch ein.
Die Namenslesung macht deutlich: Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, ein Leben, eine Geschichte. Indem die Namen der Ermordeten verlesen werden, erhalten sie ihre Individualität zurück. Erinnerung bekommt so eine persönliche Dimension und wirkt dem Vergessen und der Verdrängung entgegen. Zugleich setzt die Veranstaltung ein Zeichen gegen Antisemitismus und für ein bewusstes, verantwortungsvolles Miteinander in unserer Stadt.
Die Teilnahme ist frei und ohne Anmeldung möglich. Die Veranstaltung findet im öffentlichen Raum vor dem Rathaus Bielefeld statt. Da es sich um eine mehrstündige Lesung im Freien handelt, wird witterungsangepasste Kleidung empfohlen. Wir bitten alle Teilnehmenden um einen respektvollen Umgang und darum, den würdevollen Charakter der Veranstaltung zu wahren.
Der Jom haSchoa ist der jüdische Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung und erinnert an die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden in Europa.
Die Schirmherrschaft für den Jom haSchoa 2026 in Bielefeld liegt bei der Oberbürgermeisterin der Stadt Bielefeld, Frau Dr. Christiana Bauer. Sie wird die Gedenkveranstaltung auch eröffnen und die ersten Namen lesen.
Infos
Niederwall 25
33602 Bielefeld
Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld K.d.ö.R.