24 Sa
25 So
26 Mo
27 Di
28 Mi
29 Do
30
1 Sa
2 So
3 Mo
4 Di
5 Mi
6 Do
7 Fr
8 Sa
9 So
10 Mo
11 Di
12 Mi
13 Do
14 Fr
15 Sa
16 So
17 Mo
18 Di
19 Mi
20 Do
21 Fr
22 Sa
23 So
24 Mo
25 Di
26 Mi
27 Do
28 Fr
29 Sa
30 So
31
1 Di
2 Mi
3 Do
4 Fr
5 Sa
6 So
7 Mo
8 Di
9 Mi
10 Do
11 Fr
12 Sa
13 So
14 Mo
15 Di
16 Mi
17 Do
18 Fr
19 Sa
20 So
21 Mo
22 Di
23 Mi
24 Do
25 Fr
26 Sa
27 So
28 Mo
29 Di
30
Lesen gegen das Vergessen
Junge Menschen erleben den Faschismua
"Lesen gegen das Vergessen“ prägt seit nunmehr zwölf Jahren eindrucksvoll die Bielefelder Erinnerungskultur zum "Tag der Befreiung“ vom Nationalsozialismus. Die Initiative von Mitgliedern des Künstlerinnenforums bi-owl e. V. und weiteren engagierten Bürger:innen erinnert mit der Lesung am Freitag, 8. Mai, um 15 Uhr vor dem Alten Rathaus an Dichterinnen, Autorinnen und Publizistinnen, deren Werke im Frühjahr 1933 in den Flammen verschwanden, die ins Exil vertrieben, deportiert oder umgebracht wurden.
Sie werden mit den Lesungen wieder gewürdigt, ihre Stimmen kehren zurück ins öffentliche Bewusstsein. Mit der Auswahl der Texte wird Jugend in der NS-Zeit nachvollziehbar, ihr Erleben, ihr Überleben, die ideologische Beeinflussung durch Elternhaus, Schule und Partei, die politisch und/oder rassistische Verfolgung. Ausgewählt wurden auch wieder Autorinnen aus der Region und erstmals auch Stimmen von männlichen Jugendlichen. Viele Texte wirken heute erschreckend aktuell und aufrüttelnd. Sie stammen unter anderen von Margot Friedländer, Ilse Losa, Ceija Stojka, Selma Meerbaum, Ilse Weber, Karla Raveh aus Lemgo und den aktuellen Autorinnen Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek.
Zu betonen ist, dass das Engagement gegen das Vergessen zunehmend durch Schüler:innen eindrucksvoll weitergetragen wird. Es beteiligen sich Schüler:innen aus der Hans-Ehrenberg-Schule und der Luisenschule – begleitet von Ramona Kozma (Akkordeon, Gesang) und Yulika Ogawa-Müller (Cello).
Betroffen erleben wir, wie leicht sich faschistisches Gedankengut und Gewalt in unsere Demokratie einschleichen. Fast täglich erfahren wir von immer neuen Kriegen nicht nur im Iran und in der Ukraine, sondern auch im gesamten Vorderen Orient, im Sudan, in Afghanistan und anderswo. Wieder einmal macht "Lesen gegen das Vergessen“ deutlich, dass die Freiheit des Wortes keine Selbstverständlichkeit ist. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart mahnt uns, weiterhin wachsam und menschlich zu bleiben.