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Und Federn überall
alltägliches Ringen um Selbstbestimmtheit
Wer sind wir? Uns selbst. Einander. Die Schriftstellerin Roshanak ist aus Köln angereist und wandert nun im Regen durch die niedersächsische Einöde. Ohne Schirm. Sie hat sich von Nassim breitschlagen lassen, ein Gedicht mit ihrem gar nicht so guten Persisch ins Deutsche zu übersetzen. Ein Gedicht, mit dem der afghanische Lyriker die Beamten von der Ausländerbehörde zu einem positiven Asylbescheid bewegen will. Ausgerechnet.
Justyna hält ihre Liebesbeziehung mit dem 20 Jahre jüngeren, fast blinden Nassim auf »gesunde« Distanz. Er könnte ja jeden Moment abgeschoben werden. Gleichzeitig pflegt sie den Kontakt zum geschiedenen Merkhausen, der eine Schwäche für Polinnen hat. Den Prozessoptimierer des gigantischen Hühnerschlachtbetriebs, der den Ort wirtschaftlich dominiert, hat sie über eine auf Polinnen spezialisierte Datingseite kennengelernt.
Und Federn überall ist der aktuelle Roman der Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi. Motive wie wirtschaftliche Not, Flucht, Einsamkeit, selbst erdichtetes und fremd aufgezwungenes Leben werden kunstvoll verwoben. Mit lebensklugem Humor und feinem Sinn für das alltägliche Ringen um Selbstbestimmtheit schafft sie einen Hoffnungsraum für die Verwandlung der Welt durch Poesie.
Infos
Alter Markt 1
33602 Bielefeld