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Veranstaltung: Psychoanalyse und Film im Lichtwerkkino
Film: Erbarmungslos (USA 1992) Vortrag: Dr. phil. Sven-Eric Wehmeyer, Bielefeld
Zum Film: In Wyoming in den 1880er-Jahren lebt der frühere Auftragskiller William „Bill“ Munny mit seinen beiden Kindern als Schweinefarmer. Sein altes Leben hat er für die Liebe zu seiner inzwischen verstorbenen Frau Claudia aufgegeben. Die Farm wirft kaum etwas ab, und so lässt sich Munny vom jungen Revolverhelden „Schofield Kid“ zu einem letzten Auftrag überreden. Er soll ihm helfen, zwei Cowboys zu erschießen, von denen einer der Prostituierten Delilah das Gesicht zerschnitten hat. Auftraggeberinnen sind die Prostituierten des Bordells der Kleinstadt Big Whiskey.
Erbarmungslos (Originaltitel: Unvorgiven) USA 1992 . Regie: Clint Eastwood . Drehbuch: David Webb Peoples . Produktion: Clint Eastwood . Musik: Lennie Niehaus . Besetzung: Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris, Frances Fischer, Anna Levine u.a. Laufzeit: 131 Min . FSK: 16 . Auszeichnungen: u.a. 4 Oscars für den besten Film, die beste Regie (Clint Eastwood), die beste Nebenrolle (Gene Hackman) und den besten Schnitt (Joel Cox).
Clint Eastwood hat mit diesem endgültigen Spätwestern nach dem meisterlichen Drehbuch von D. W. Peoples einen, wenn nicht den Gipfelpunkt seines über vierzig Filme umfassenden und durchgängig imposanten Regiewerks geschaffen. Dank der perfekten Dramaturgie, der so zurückgenommenen wie psychologisch höchst effektiven Inszenierung und der spektakulären Besetzung ist Erbarmungslos einer der kanonischen Klassiker des jüngeren amerikanischen Kinos – auch für Leute, die mit Western wenig bis gar nichts am Cowboyhut haben. (Sven-Eric Wehmeyer)
PSYCHOANALYSE UND FILM in Bielefeld:
Der Arbeitskreis psychologischer PsychotherapeutInnen (app:), psychotherapeutisches Praxisnetz OWL in Bielefeld, setzt am 30. September 2026 die Veranstaltungsreihe PSYCHOANALYSE UND FILM in Kooperation mit dem Lichtwerk Kino fort. Dieses Mal wird der Film Erbarmungslos von Clint Eastwood gezeigt, vorgestellt von Dr. Sven-Eric Wehmeyer. Der Film, so Sven-Eric Wehmeyer, entfaltet entlang seiner im narrativen Kern schlichten Geschichte über zwei alte Revolvermänner, die aus dem Ruhestand zurückkehren, um in Begleitung eines großmäuligen Novizen ein von schwer misshandelten Prostituierten ausgesetztes Kopfgeld zu kassieren, eine „Meditation über den Mythos des Revolverhelden, das Motiv der Rache und die dünne Linie zwischen Leben und Tod“ (Simon Staake). Erbarmungslos ist darüber hinaus „eine „Reflexion über das Erzählen, über jene Fiktionen, denen der Western seit jeher sein Leben verdankt … der stellvertretend geführte Kampf des Mannes gegen sich selbst, gegen das, was das männliche Selbst in der westlichen Kultur definiert – die Ikone ist inzwischen verdreckt und rissig, aber sie wirkt noch. Und rissig ist sie von innen her, die verfestigte mythische Aura bröckelt ebenso wie das Bild einer Männlichkeit, die sich selbst im Griff haben will“ (Josef Früchtl).
Zum Referenten:
Dr. phil. Sven-Eric Wehmeyer ist Literaturwissenschaftler. Gegenwärtig arbeitet er – bevorzugt an den Schnittstellen von Ästhetik und Kultursemiotik – als freier Redakteur, Autor und Übersetzer. Für Penguin Random House hat er u. a. mehrere Romane Stephen Kings und Richard Laymons ins Deutsche übertragen. Er ist Dozent und Rezensent, Schwerpunkt populäre Künste, sowie Comic-Experte.
Infos
Arbeitskreis psychol. Psychotherapeut*innen (app:) in Kooperation mit dem Lichtwerk Bielefeld