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Tosca
das goldrichtige »Thriller-Bauchgefühl«
Melodramma in drei Akten nach dem Schauspiel La Tosca von Victorien Sardou / Libretto von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa / Musik von Giacomo Puccini / In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Rom, Juni 1800. Floria Tosca und Mario Cavaradossi pflegen eine Schönwetter- Beziehung. Sie: eine stadtbekannte Operndiva, er: ein erfolgreicher Maler. Als der politische Wind von einem auf den anderen Tag umschlägt, geraten beide in das Visier des Geheimpolizeichefs, Baron Scarpia. Der hält Cavaradossi für einen Verräter und erpresst Tosca damit, ihm gefügig zu sein, um Cavaradossi zu retten.
Tosca zeigt auf erschreckende Weise, wo wir alle am verletzlichsten sind: bei denen, die wir lieben. Zum Außergewöhnlichen dieser Oper zählt, dass sie ein konkretes historisches Datum als Hintergrund hat. Die Spanne zwischen der vermeintlichen und der tatsächlichen Siegesinformation über die Schlacht von Marengo, wo französische gegen österreichische Truppen um das Schicksal Italiens kämpften, regelt die Machtverhältnisse im Stück und lässt sich auf den Tag genau datieren: den 17. Juni 1800.
In Gestalt der Titelfigur bringt sich die Gattung Oper in Tosca gewissermaßen selbst auf die Bühne – mit aller süßen Sehnsucht nach dem humanistischen Ideal hoher Kunst, das umso brutaler von Macht, gepaart mit toxischer Männlichkeit, demontiert, ja: vernichtet wird. Giacomo Puccini hatte das goldrichtige »Thriller-Bauchgefühl«, dieser Handlung genau das zu geben, was sie musikalisch und dramaturgisch brauchte, ohne etwas daran zu beschönigen.
Infos
Niederwall 27
33602 Bielefeld